Kehrtwende geschafft: Falcons gewinnen überzeugend in Gelsenkirchen

„Wir wollen nicht in den Strudel geraten, zu denken, dass wir absteigen könnten“. Neben der Ankündigung, seiner Defense für Turnover, Sacks und erzielte Punkte einen kleinen Obolus in die Mannschaftskasse einzuzahlen, waren das die Worte von Falcons-Headcoach Christian Schriek im letzten Training vor dem Spiel gegen die Gelsenkirchen Devils. 

Offensichtlich haben die Worte Wirkung gezeigt: Schriek sah am Samstag, dem 25.05.2019, zwar einen sehr dezimierten Kader (etwa 25 Spieler waren nach Gelsenkirchen mitgereist), dieser gab aber gleich zu Beginn Vollgas.Bei bestem Football-Wetter fasste sich Running Back Konrad Jäker ein Herz und schaffte gleich zu Beginn einen über 30 Yards langen Lauf. Erst kurz vor der Endzone konnte er von der Defense der Gelsenkirchener gestoppt werden. Danach waren die Devils in diesem Drive besser auf das Laufspiel eingestellt und zwangen die Falcons zu einem Field-Goal-Versuch. Den der erkältete Kicker und Wide Receiver Valentin Rödiger knapp an den Pfosten vorbei beförderte.Zunächst also keine Punkte für Köln, im darauffolgenden Drive der Devils-Offense sollte aber das erste von drei Field Goals am Spieltag gelingen. Wie reagierten die Kölner, von denen man nach drei Niederlagen in Folge eher erwarten könnte, nicht allzu selbstbewusst aufzutreten? Quarterback Dante Bartholome erreichte mit einem langen Pass sein Lieblingsziel: Wide Receiver Joshua Wilhelm.  Dieser setzte zum Vollsprint an und drehte sich erst vor der Gelsenkirchener Endzone wieder um. Daran tat er auch nicht schlecht, sonst hätte er gemerkt, dass er sich in einem engen Footrace mit seinem DB-Gegenspieler befand. Bereits der zweite Touchdown in der Saison, der auf die Kombination Bartholeme-Wilhelm zurückzuführen ist.

Offense rollt, Defense hellwach

Auch von defensiver Seite meinte man, die Drittplatzierten der letzten Saison wieder spielen zu sehen: Pass Rusher Tim Lange schickte den Devils-Quarterback samt Ball zu Boden, Linebacker und Defense-Chef Max Oebels fing eine Interception. Einer aber hatte ganz besonders viel Spaß: Aljosha Hohner (genannt Ali) spielte gegen seinen alten Verein – und wurde auch entsprechend freundlich von seinen alten Teamkameraden empfangen.

„Die nehmen den Kopf runter“

„Die Gelsenkirchener sind keine Jungs, die nur ein bisschen Bälle fangen wollen, die nehmen den Kopf runter“. So Headcoach Christian Schriek vor dem Spiel. Das war auch eindeutig zu erkennen – sollte in der ersten Halbzeit gegen hochmotivierte Falcons aber nicht reichen

Nach mehreren starken Laufspielzügen über das Runningback-Duo aus Felix Hunger und Konrad Jäker gelang es letzterem, mit dem Ball in die Endzone zu laufen. Allgemein ein guter Tag für die Running Backs aus Köln: Über den Spieltag verteilt sollten gleich mehrere Runs über 30 und mehr Yards gelingen. 

Den Devils gelang in der ersten Hälfte nur noch ein Field Goal, bei den Falcons dagegen blieb es bei einem aufsehenerregenden Field-Goal-Versuch: Kurz vor der Halbzeit wollten die Kölner mit einem Field Goal nochmal drei Punkte aufs Scoreboard packen. 

Die Flugbahn zwischen Snapper und Holder verlief allerdings nicht optimal, sodass René Berres statt des Kickversuchs geistesgegenwärtig zum Ballträger wurde. Darauf nicht vorbereitet, waren die Gelsenkirchener nach wenigen Yards geschlagen – und Berres mit dem Touchdown in der Endzone. In der Kabine sollte es später heißen, dass es sich dabei um einen „geplanten Spielzug“ gehandelt habe, was sich vonseiten der Coaches aber nicht bestätigen ließ. Zur Halbzeit stand es somit 21:6 – und Gelsenkirchen war angezählt. Wer dachte, diese ereignisreiche erste Halbzeit könnte an Highlights kaum getoppt werden, wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Tim „Krakenarme“ Trojan zur zweiten Halbzeit auf dem Feld stehen würde. Er kam für den angeschlagenen Roman Kolmakov, der glücklicherweise ohne ernstere Verletzung zumindest noch bei den Special Teams auflaufen konnte. Für den weiteren Spielverlauf sollte sich der Wechsel aber als sehr gelungen herausstellen: Ganze drei Interceptions (!) gingen auf das Konto des eingewechselten Tim Trojan, eine davon trug er nach dem Catch sogar bis in die gegnerische Endzone. Wir erinnern uns kurz zurück: Turnover und erzielte Punkte bringen Geld aus dem Portemonnaie der Coaches in die Mannschaftskasse. Vielleicht war es aus Coaches-Sicht somit doch kein schlauer Wechsel, Trojan zu bringen. 

Nach einem dritten und letzten Field Goal der Gelsenkirchener sollte es das gewesen sein. Die Defense ließ keinen gegnerischen Touchdown zu, die Offense rollte so, wie man es sich von ihr erhoffte. Auch die Special Teams sind positiv zu erwähnen, so konnte man in der zweiten Hälfte einen Fumble erzwingen und recovern. 

Kurzfassung: Die Cologne Falcons gewinnen mit 28:9. Nun steht als nächstes ein Auswärtsspiel gegen die Aachen Vampires an, wo man sich mit einer ähnlich starken Leistung auch einen Sieg erhoffen darf.

Und auf der einstündigen Heimfahrt von Gelsenkirchen Richtung Köln? Gab es natürlich – wenn man schon im Pott ist – Veltins-Bier (Schalke 04 spielt in der Veltins-Arena). Auch wenn das Bier eigentlich aus dem Sauerland kommt.